Wie aus einer theologischen Streitschrift eine Bewegung wurde, die das Reich politisch neu ordnete. Diese Lektion behandelt die Reformation von den 95 Thesen 1517 bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555 — ein Kernthema jeder Abiturvorbereitung im Fach Geschichte.
Der Einstieg führt über den Ablasshandel und die Verkaufspraxis des Predigers Johann Tetzel, an der Luthers Kritik konkret ansetzte. Von dort geht es zum theologischen Kern: die Rechtfertigungslehre und die drei Prinzipien sola fide, sola gratia und sola scriptura. Wer diese drei Formeln sicher unterscheiden kann, hat den argumentativen Unterschied zur damaligen kirchlichen Lehre verstanden — und genau darauf zielen Prüfungsaufgaben regelmäßig.
Der Reichstag zu Worms 1521 und die anschließende Reichsacht markieren den Punkt, an dem der theologische Konflikt endgültig politisch wird. Die Bibelübersetzung auf der Wartburg wird in ihrer doppelten Wirkung behandelt: als Zugang zum Bibeltext ohne kirchliche Vermittlung und als prägender Beitrag zur deutschen Schriftsprache. Der Buchdruck Gutenbergs erscheint dabei nicht als Randnotiz, sondern als das Medium, ohne das die Reformation eine lokale Angelegenheit geblieben wäre.
Ein eigener Schwerpunkt liegt auf dem Bauernkrieg 1524/25 und Luthers Haltung dazu. Seine Schrift gegen die aufständischen Bauern zeigt die Grenze seines Reformprogramms deutlich: religiöse Erneuerung ja, Umsturz der sozialen Ordnung nein. Diese Spannung gehört zu den Punkten, an denen sich in Klausuren die Qualität einer Antwort entscheidet.
Weiter behandelt die Lektion Philipp Melanchthon als Verfasser des Augsburger Bekenntnisses von 1530, die Schweizer Reformation mit Zwingli und Calvin, den Schmalkaldischen Bund der protestantischen Fürsten gegen Karl V. sowie den Augsburger Religionsfrieden 1555 mit dem Grundsatz cuius regio, eius religio — wessen Land, dessen Religion. Den Abschluss bildet die Gegenreformation und das Konzil von Trient in seiner Doppelfunktion aus innerkirchlicher Reform und dogmatischer Abgrenzung.
Zwölf Fragen im Einfach- und Mehrfachauswahlformat, jede für sich verständlich und mit begründeter Erklärung, dazu ein Kartensatz mit vierzehn Karten für Jahreszahlen, Namen und Begriffe.
Die Reformation begann 1517 mit Luthers 95 Thesen, die sich gegen den Ablasshandel und die Predigtpraxis Johann Tetzels richteten. Kern der lutherischen Theologie sind die Prinzipien sola fide, sola gratia und sola scriptura. Nach dem Reichstag zu Worms 1521 wurde über Luther die Reichsacht verhängt; auf der Wartburg entstand seine Bibelübersetzung, die die deutsche Schriftsprache nachhaltig prägte. Der Buchdruck ermöglichte die schnelle Verbreitung der Schriften. Den Bauernkrieg 1524/25 lehnte Luther ab und forderte die Obrigkeit zum harten Vorgehen auf. Philipp Melanchthon verfasste 1530 das Augsburger Bekenntnis; in der Schweiz wirkten Zwingli und Calvin. Der Schmalkaldische Bund vereinte protestantische Fürsten gegen Karl V. Der Augsburger Religionsfrieden 1555 legte mit cuius regio, eius religio das Bestimmungsrecht des Landesherrn fest. Das Konzil von Trient (1545–1563) diente der innerkirchlichen Reform und der Abgrenzung gegenüber dem Protestantismus. (Hinweis: Die Lektion wurde aus einer Themenvorgabe ohne beigefügtes Quelldokument erstellt; die Inhalte wurden gegen allgemeines Fachwissen geprüft.)
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