Grundprinzipien der Evolution und natürliche Selektion

Warum passen sich Lebewesen im Laufe vieler Generationen an ihre Umwelt an? Charles Darwins Antwort — die natürliche Selektion — gilt bis heute als zentraler Mechanismus der Evolution. Diese Lektion erklärt die Grundvoraussetzungen für natürliche Selektion: Innerhalb einer Population muss eine erbliche Variation von Merkmalen bestehen (verursacht durch zufällige Mutationen), und Individuen mit vorteilhaften Merkmalen haben eine höhere "Fitness" — also eine größere Wahrscheinlichkeit, zu überleben und sich fortzupflanzen und ihre Gene an die nächste Generation weiterzugeben.

Zwei klassische Beispiele veranschaulichen den Prozess konkret: der Birkenspanner, dessen dunkle Farbvariante während der industriellen Revolution durch die rußgeschwärzten Baumrinden einen Tarnvorteil erhielt und sich dadurch stark verbreitete, sowie die Darwinfinken der Galápagos-Inseln, deren unterschiedliche Schnabelformen sich als Anpassung an die jeweils verfügbaren Nahrungsquellen auf den verschiedenen Inseln entwickelten — ein Paradebeispiel für adaptive Radiation ausgehend von einem gemeinsamen Vorfahren.

Wichtig ist dabei ein häufiges Missverständnis auszuräumen: Natürliche Selektion bedeutet nicht, dass sich ein einzelnes Individuum gezielt anpasst — vielmehr verändert sich über viele Generationen hinweg die Häufigkeit bestimmter Merkmale in der gesamten Population. Die zehn Fragen prüfen sowohl das Verständnis der Grundprinzipien als auch die Fähigkeit, sie auf die beiden Beispielfälle anzuwenden — eine zentrale Kompetenz der KMK-Bildungsstandards Biologie für den Mittleren Schulabschluss.

  • Die Grundvoraussetzungen für natürliche Selektion (Variation, Vererbbarkeit, Fitness) benennen
  • Das Beispiel des Birkenspanners als Fall dokumentierter Selektion erklären
  • Die adaptive Radiation der Darwinfinken auf den Galápagos-Inseln nachvollziehen
  • Den Begriff 'Fitness' im evolutionsbiologischen Sinn korrekt definieren
  • Das Missverständnis der individuellen gezielten Anpassung von der populationsbezogenen Selektion abgrenzen

Natürliche Selektion nach Darwin: erbliche Variation, unterschiedliche Fitness und Veränderung der Merkmalshäufigkeit in einer Population über Generationen, veranschaulicht an den Beispielen Birkenspanner (industrielle Revolution) und Darwinfinken (Galápagos-Inseln).

Beispielfrage

Welcher Mechanismus ist laut Charles Darwin die treibende Kraft hinter der evolutionären Anpassung von Populationen?

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Natürliche Selektion

Die natürliche Selektion besagt, dass Individuen mit vorteilhaften Merkmalsausprägungen eine höhere Überlebens- und Fortpflanzungschance haben, wodurch sich diese Merkmale in der Population durchsetzen.

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