Europäische Integration – Grundzüge

Die europäische Integration ist ein jahrzehntelanger Prozess, der aus den Trümmern zweier Weltkriege eine der stabilsten Staatengemeinschaften der Welt hervorgebracht hat. Diese Lektion behandelt die wichtigsten Etappen und Institutionen dieses Prozesses.

Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), gegründet 1951 von sechs Staaten — darunter Deutschland, Frankreich und Italien — verfolgte ein klares politisches Ziel: einen erneuten Krieg zwischen Frankreich und Deutschland durch die gemeinsame Kontrolle der kriegswichtigen Kohle- und Stahlproduktion praktisch unmöglich zu machen. Die Römischen Verträge von 1957 bauten auf diesem Fundament auf und gründeten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sowie die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom).

Die Lektion erklärt die Funktionsweise der wichtigsten EU-Institutionen: Die Europäische Kommission besitzt das exklusive Initiativrecht für neue Gesetzesvorschläge und fungiert als "Hüterin der Verträge". Das direkt gewählte Europäische Parlament teilt sich die Haushaltsbefugnisse mit dem Rat der Europäischen Union, der die Interessen der Mitgliedstaaten vertritt und gemeinsam mit dem Parlament als Gesetzgeber fungiert.

Der Euro wurde 1999 zunächst als Buchgeld eingeführt, bevor 2002 die physischen Münzen und Scheine folgten. Die sogenannte "Osterweiterung" 2004, bei der unter anderem Polen der EU beitrat, war maßgeblich von dem Wunsch getragen, die ehemaligen Ostblockstaaten nach 1990 politisch und wirtschaftlich zu stabilisieren und in die europäische Gemeinschaft zu integrieren. Diese Lektion vermittelt ein grundlegendes Verständnis der historischen Entwicklung und institutionellen Struktur der europäischen Einigung.

  • Das politische Ziel der Gründung der EGKS 1951 erklären können
  • Die Bedeutung der Römischen Verträge 1957 für die europäische Integration einordnen können
  • Aufgaben von Europäischer Kommission, Parlament und Rat unterscheiden können
  • Die Einführung des Euro zeitlich einordnen können
  • Motive der EU-Osterweiterung 2004 benennen können

Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, gegründet 1951 von sechs Staaten, verfolgte das Ziel, einen erneuten Krieg zwischen Frankreich und Deutschland durch die gemeinsame Kontrolle der Kohle- und Stahlproduktion praktisch unmöglich zu machen.

Beispielfrage

Welches Ziel verfolgte die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) im Jahr 1951 primär?

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Die wirtschaftliche Verflechtung der Schwerindustrie zur Sicherung des Friedens

Die Montanunion (EGKS) sollte durch die gemeinsame Kontrolle der Kohle- und Stahlproduktion einen erneuten Krieg zwischen den Gründungsstaaten, insbesondere Deutschland und Frankreich, unmöglich machen.

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