Galvanische Zellen

Galvanische Zellen wandeln die Energie einer freiwillig ablaufenden Redoxreaktion direkt in elektrische Energie um — das Grundprinzip jeder Batterie. Diese Lektion baut auf den Standardpotentialen der Redoxreihe auf und zeigt am klassischen Beispiel des Daniell-Elements (Zink-Halbzelle gekoppelt mit einer Kupfer-Halbzelle), wie eine galvanische Zelle aufgebaut ist: Zink wird an der Anode oxidiert, Kupferionen werden an der Kathode reduziert, und die Elektronen fließen über den äußeren Leiter von der Anode zur Kathode. Eine oft missverstandene Funktion wird gezielt geklärt: Die Salzbrücke transportiert keine Elektronen, sondern gleicht durch Ionenwanderung die Ladungsdifferenz zwischen den beiden Halbzellen aus und schließt so den Stromkreis.

Rechnerisch steht die Bestimmung der Standardzellspannung im Mittelpunkt: U⁰ = E⁰(Kathode) − E⁰(Anode). Die Lektion behandelt außerdem die Nernst-Gleichung, die zeigt, wie das Potential einer Halbzelle von der Ionenkonzentration, der Temperatur und der Anzahl übertragener Elektronen abhängt — nicht jedoch von der Masse der Elektrode selbst. Die thermodynamische Bedingung für eine spontan ablaufende Zellreaktion (negative freie Enthalpie ΔG, positive Zellspannung U) rundet das Bild ab und verbindet Elektrochemie mit den bereits behandelten Konzepten der Reaktionsspontanität.

Die zehn Aufgaben verlangen sowohl konzeptuelles Verständnis des Zellaufbaus als auch die rechnerische Bestimmung von Zellspannungen aus gegebenen Standardpotentialen — eine typische Kombination in Abiturklausuren zur Elektrochemie.

  • Den Aufbau und die Funktionsweise einer galvanischen Zelle am Beispiel des Daniell-Elements beschreiben
  • Die Funktion der Salzbrücke als Ladungsausgleich (nicht Elektronentransport) erklären
  • Die Standardzellspannung aus gegebenen Standardpotentialen berechnen
  • Den Einfluss von Konzentration, Temperatur und Elektronenzahl gemäß der Nernst-Gleichung auf das Halbzellenpotential beurteilen
  • Die thermodynamische Bedingung für eine spontane Zellreaktion (ΔG, U) formulieren

Beispielaufgabe aus dem Quiz: „Gegeben ist eine Zelle mit E⁰(Ag⁺/Ag) = +0,80 V und E⁰(Zn²⁺/Zn) = −0,76 V. Wie hoch ist die theoretische Standardzellspannung?“ — zu klären ist, wie sich die Zellspannung aus den Standardpotentialen der beiden Halbzellen ergibt.

Beispielfrage

Daniell-Element: ein Zinkstab in ZnSO₄-Lösung und ein Kupferstab in CuSO₄-Lösung, über eine Salzbrücke verbunden, die Elektroden über ein Voltmeter.

Wie verändert sich die Zellspannung $U$ eines Daniell-Elements, wenn die Konzentration der Zn²⁺-Ionen in der Anodenhalbzelle erhöht wird?

Antwort anzeigen

Die Zellspannung sinkt ab.

Gemäß der Nernst-Gleichung $E = E^0 + \frac{0{,}059 \text{ V}}{z} \cdot \lg\frac{c(\text{Ox})}{c(\text{Red})}$ verschiebt eine höhere Zn²⁺-Konzentration (oxidierte Form) das Potential der Zink-Halbzelle zu positiveren Werten. Die Differenz zum Kathodenpotential – die Zellspannung – wird dadurch kleiner.

Dieses Quiz ausprobieren →Diese Karteikarten üben →Diese schriftliche Arbeit machen →

← Chemie

↑ Abitur

Zestly ist ein unabhängiges Lernangebot — weder mit der Kultusministerkonferenz, dem IQB noch einem Bildungsministerium verbunden oder von ihnen anerkannt und keine Prüfstelle. Verbindlich sind die Regelungen Ihres Bundeslandes.