Sprechen B1 — Arbeit und Kollegium

Ein Übungsgespräch von etwa zehn Minuten im Aufbau des mündlichen B1-Teils, mit dem Schwerpunkt Arbeit.

Teil 1 — über sich sprechen. Vorstellung mit Name, Herkunft, Aufenthaltsdauer und jetziger Tätigkeit, dann zwei Nachfragen: wie ein normaler Arbeitstag aussieht und was Ihnen an Ihrer Arbeit am besten gefällt. Die zweite Frage verlangt eine Begründung — ‚es ist gut‘ reicht auf B1-Niveau nicht.

Teil 2 — erzählen und vergleichen. Sie berichten von einer Situation bei der Arbeit, die nicht leicht war: was passiert ist, wie Sie reagiert haben und wie es ausgegangen ist. Das ist die anspruchsvollste Aufgabe des Gesprächs, denn sie verlangt eine zusammenhängende Erzählung in der Vergangenheit — und das Ergebnis ist der Schritt, den die meisten weglassen. Danach vergleichen Sie das Arbeiten in Ihrem Herkunftsland mit dem in Deutschland.

Teil 3 — gemeinsam planen. Ihr Gegenüber wird jetzt Ihr Kollege: Eine Kollegin geht in Rente, und Sie beide organisieren eine kleine Feier in der Mittagspause. Sie machen den ersten Vorschlag und bekommen einen Gegenvorschlag — Kuchen statt warmem Essen, das Geschenk vorher abfragen statt allein auszusuchen. Auf beides müssen Sie eingehen, und es muss geklärt werden, wer das Geld einsammelt.

In der echten Prüfung sprechen Sie in diesem Teil mit Ihrem Partner, nicht mit den Prüfenden. Wer nur den eigenen Plan vorträgt, hat die Aufgabe nicht bewältigt, auch bei guten Sätzen.

Sie antworten mit der Stimme oder über die Tastatur. Ihr Gegenüber hakt nach, wenn ein verlangter Schritt fehlt, und korrigiert höchstens einen sprachlichen Fehler pro Antwort. Am Schluss bekommen Sie eine kurze Rückmeldung.

Was hier nicht bewertet werden kann: Aussprache und Flüssigkeit — beim Gegenüber kommt Text an, kein Ton.

Die Gesprächsvorlage ist ein Original, für dieses Training geschrieben; Personen und Betrieb sind erfunden.

  • Sich im beruflichen Zusammenhang vorstellen und die eigene Tätigkeit benennen
  • Eine Aussage begründen statt sie nur zu behaupten
  • Von einem Ereignis in der Vergangenheit zusammenhängend erzählen — mit Ergebnis
  • Arbeiten hier und im Herkunftsland wirklich vergleichen
  • Im dritten Teil verhandeln: auf einen Gegenvorschlag eingehen und Aufgaben verteilen

Aus dem Gesprächsskript, Teil 3: „Unsere Kollegin Frau Weber geht Ende des Monats in Rente, und wir beide organisieren eine kleine Feier in der Mittagspause. Machen Sie bitte den ersten Vorschlag: Was machen wir, und was brauchen wir dafür?“ — und der Gegenvorschlag: „In der Mittagspause haben wir nur eine halbe Stunde, deshalb wäre mir Kuchen lieber als warmes Essen.“

Beispielfrage

Teil 1. Stellen Sie sich bitte vor: Ihr Name, Ihr Herkunftsland, wie lange Sie schon in Deutschland leben und was Sie zurzeit machen — arbeiten, lernen oder beides.

Antwort anzeigen

ZUERST KORRIGIEREN: Enthält die Antwort des Kandidaten einen sprachlichen Fehler, nennen Sie genau einen — die falsche Form und die richtige, in einem kurzen Satz wie ‚Kleine Korrektur: man sagt „seit drei Jahren“.‘ — und sprechen Sie dann normal weiter. Höchstens eine Korrektur pro Antwortrunde, nie mehr. DANACH INHALT: Erwartet sind fünf bis acht einfache Sätze, die alle vier Punkte abdecken; fehlt ein Punkt, gezielt danach fragen. Dauerhaft gilt: in kurzen Sätzen und alltagsnahem Wortschatz sprechen, immer nur eine Frage auf einmal.

Der Prüfer prüft, ob sich der Kandidat vollständig und geordnet vorstellen kann. Fehlt einer der vier Punkte, fragt er gezielt danach.

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