Aldehyde und Ketone

Aldehyde und Ketone teilen sich die charakteristische Carbonylgruppe (C=O), unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer Reaktivität — ein Unterschied, der in dieser Lektion systematisch erarbeitet wird. Bei Aldehyden trägt der Carbonyl-Kohlenstoff zusätzlich ein Wasserstoffatom, wodurch er leicht weiter zur Carbonsäure oxidiert werden kann; bei Ketonen sitzt die Carbonylgruppe zwischen zwei Kohlenstoffresten, was eine solche Oxidation unter milden Bedingungen verhindert. Genau dieser strukturelle Unterschied liegt den klassischen Nachweisreaktionen zugrunde, die in dieser Lektion behandelt werden: der Tollens-Probe (Silberspiegelprobe), bei der Aldehyde Silberionen zu elementarem Silber reduzieren, und der Fehling-Probe, bei der ein rotes Kupfer(I)-oxid ausfällt — Ketone reagieren in beiden Fällen negativ.

Darüber hinaus behandelt die Lektion die Reduktion von Carbonylverbindungen zu Alkoholen (Aldehyde zu primären, Ketone zu sekundären Alkoholen), die Reaktion mit primären Aminen zu Iminen (Schiff-Basen), den Schutz der Carbonylgruppe durch Acetalbildung sowie die Keto-Enol-Tautomerie, bei der ein Wasserstoffatom in α-Stellung zur Carbonylgruppe eine wichtige Rolle spielt.

Die zehn Aufgaben verknüpfen strukturelles Verständnis der Carbonylgruppe mit den daraus resultierenden Nachweisreaktionen und Transformationen und bilden damit einen zentralen Baustein für das Verständnis komplexerer organisch-chemischer Reaktionswege im Abitur.

  • Aldehyde und Ketone anhand ihrer Strukturformel unterscheiden
  • Erklären, warum Aldehyde, nicht aber Ketone, mit Fehling- und Tollens-Reagenz reagieren
  • Die Reduktionsprodukte von Aldehyden und Ketonen benennen
  • Die Bildung von Iminen aus Aldehyden und primären Aminen beschreiben
  • Das Prinzip der Keto-Enol-Tautomerie erläutern

Aus dem Fragenpool: 'Erläutern Sie den strukturellen Unterschied zwischen einem Aldehyd und einem Keton und wie sich dieser auf deren Oxidierbarkeit auswirkt.' — behandelt wird das an den Carbonylkohlenstoff gebundene Wasserstoffatom, das Aldehyde leicht oxidierbar macht.

Beispielfrage

Welche strukturelle Eigenschaft der Carbonylgruppe ist primär für die unterschiedliche Reaktivität von Aldehyden und Ketonen gegenüber nucleophilen Angriffen verantwortlich?

Antwort anzeigen

Die sterische Hinderung und der induktive Effekt der an die Carbonylgruppe gebundenen Alkylreste.

Aldehyde haben ein Wasserstoffatom und einen Alkylrest, während Ketone zwei Alkylreste besitzen. Die Alkylreste wirken elektronenschiebend (+I-Effekt) und verringern die positive Partialladung am Carbonyl-C-Atom, zudem behindern sie den Zugang für Nucleophile sterisch.

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