Briefe von Banken über geänderte Preise landen bei allen im Briefkasten und werden von vielen ungelesen weggelegt. Das ist genau die falsche Reaktion, denn dieser Brieftyp funktioniert nach einer Regel, die man kennen muss: Wer nicht widerspricht, stimmt zu.
Der Text dieses Materials ist ein solches Schreiben. Eine Bank kündigt neue Preise für das Girokonto an, nennt für zwei Kontomodelle die neuen Beträge, zählt auf, welche Leistungen im Preis enthalten sind und welche extra kosten, nennt die Bedingung, unter der das zweite Modell kostenlos bleibt, und setzt eine Frist für die kostenlose Kündigung.
Die neun Fragen prüfen vier Fähigkeiten und zielen auf drei typische Stolperstellen. Erstens stehen alter und neuer Preis im selben Satz; die Wörter „ab Juli“ und „statt bisher“ entscheiden, welcher welcher ist. Zweitens hängt die Kostenfreiheit des zweiten Modells daran, dass monatlich ein Mindestbetrag eingeht — nicht daran, dass er auf dem Konto liegt. Dieser Unterschied zwischen „eingehen“ und „haben“ ist eine eigene Frage wert und eine der häufigsten Fehlerquellen im Alltag. Drittens verlangt eine Schlussfolgerungsfrage, einen konkreten Betrag mit der Schwelle zu vergleichen und dann die richtige der beiden im Brief genannten Gebühren zu wählen.
Die beiden Wortschatzfragen behandeln „Überweisung“ — im Brief sauber von der Bargeldabhebung und der Karte abgegrenzt — und die Formel „Ohne Ihren Widerspruch gelten die neuen Preise“, an der sich das eingangs genannte Prinzip festmachen lässt.
Jede Erklärung zitiert die Stelle im Schreiben, aus der die Antwort folgt. Acht Lernkarten sichern den Wortschatz: Girokonto, Überweisung, Girocard, Kontoführung, Geldeingang, Filiale, kündigen, Gebühr.
Der Brief ist ein Original, für dieses Training geschrieben. Die Bank ist erfunden, und die Preise sind Übungsdaten — keine Angabe über tatsächliche Kontogebühren.
Aus dem Schreiben: „Das Konto „Klassik“ kostet ab Juli 5,90 Euro im Monat statt bisher 4,50 Euro.“ — „Das Konto „Online“ bleibt kostenlos, wenn monatlich mindestens 700 Euro auf dem Konto eingehen. Wird dieser Betrag nicht erreicht, berechnen wir 3,90 Euro im Monat.“ — „Wenn Sie mit der Änderung nicht einverstanden sind, können Sie das Konto bis zum 30. Juni kostenlos kündigen. Ohne Ihren Widerspruch gelten die neuen Preise ab dem 1. Juli.“
Lesen Sie dieses Schreiben einer Bank und beantworten Sie dann die Frage. Stadtbank Kirchfeld Änderung Ihrer Kontoführung Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, zum 1. Juli ändern wir die Preise für das Girokonto. Wir informieren Sie hiermit rechtzeitig. Das Konto „Klassik“ kostet ab Juli 5,90 Euro im Monat statt bisher 4,50 Euro. Im Preis enthalten sind die Girocard, Überweisungen im Online-Banking und Bargeldabhebungen an unseren Automaten. Für Überweisungen auf Papier berechnen wir weiterhin 1,50 Euro je Auftrag. Das Konto „Online“ bleibt kostenlos, wenn monatlich mindestens 700 Euro auf dem Konto eingehen. Wird dieser Betrag nicht erreicht, berechnen wir 3,90 Euro im Monat. Wenn Sie mit der Änderung nicht einverstanden sind, können Sie das Konto bis zum 30. Juni kostenlos kündigen. Ohne Ihren Widerspruch gelten die neuen Preise ab dem 1. Juli. Ein Wechsel in ein anderes Kontomodell ist jederzeit in Ihrer Filiale oder im Online-Banking möglich. Die Beratung dazu ist kostenlos. Ihre Kontonummer und Ihre Girocard bleiben dabei unverändert. Mit freundlichen Grüßen Ihre Stadtbank Kirchfeld — Was teilt die Bank in diesem Schreiben mit?
Dass sich die Preise für die Kontoführung ändern.
Schon die Betreffzeile heißt „Änderung Ihrer Kontoführung“, und der erste Satz sagt: „zum 1. Juli ändern wir die Preise für das Girokonto“. Gekündigt wird nichts — im Gegenteil, kündigen kann der Kunde selbst, wenn er nicht einverstanden ist.