Sprachmittlung (Mediation) Deutsch-Englisch

Sprachmittlung, im Englischen häufig als "Mediation" bezeichnet, ist seit mehreren Jahren fester Bestandteil des IQB-Aufgabenpools für die Abiturprüfung und verlangt eine grundlegend andere Kompetenz als das klassische Übersetzen: Es geht nicht um wörtliche Wort-für-Wort-Übertragung, sondern um die sinngemäße, adressatengerechte Vermittlung von Inhalten zwischen zwei Sprachen. Diese Lektion arbeitet die zentralen Grundprinzipien der Mediation heraus, die in offiziellen Bewertungskriterien immer wieder auftauchen: die konsequente Orientierung am Zielpublikum und dessen Vorwissen, der bewusste Umgang mit kulturspezifischen Details, die je nach Relevanz erklärt oder ausgelassen werden, sowie Strategien zum Umgang mit idiomatischen Wendungen, die selten wortwörtlich übertragbar sind. Ein eigener Themenblock widmet sich der Frage, wann eine Vereinfachung komplexer Fachterminologie für ein Laienpublikum angemessen ist und wann der Verlust an Präzision zu groß wäre. Ebenso wird das Konzept der "Kompensation" behandelt – eine anerkannte Mediationsstrategie, bei der Informationsverluste an einer Stelle des Textes durch zusätzliche Erklärungen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Die zehn Aufgaben simulieren typische Entscheidungssituationen, wie sie in echten Mediationsaufgaben der Abiturprüfung vorkommen: Soll eine historische Anspielung erklärt oder durch ein kulturelles Äquivalent ersetzt werden? Wie geht man mit einem emotional gefärbten Ausgangstext um, ohne den Ton zu verfälschen? Da Mediation als Prüfungsformat besonders auf strategisches, situationsangepasstes Denken statt auf reines Sprachwissen abzielt, sind die Fragen bewusst konzeptuell statt rein grammatikalisch gestaltet. Die Karteikarten fassen die wichtigsten Mediationsprinzipien kompakt zusammen und bieten damit eine kompakte Checkliste, die sich unmittelbar vor einer Mediationsaufgabe in der Prüfung wiederholen lässt.

  • Die Grundprinzipien der Sprachmittlung von der klassischen Übersetzung abgrenzen
  • Adressatenorientierung als zentrales Bewertungskriterium der Mediation anwenden
  • Idiomatische Wendungen sinngemäß statt wörtlich übertragen
  • Entscheiden, wann kulturspezifische Details erklärt und wann sie ausgelassen werden sollten
  • Die Strategie der 'Kompensation' zum Ausgleich von Informationsverlusten gezielt einsetzen

Beispielaufgabe: Umgang mit der idiomatischen Wendung "to beat around the bush" bei der Mediation — richtig ist die Übertragung durch ein funktionales Äquivalent, nicht die wörtliche Übersetzung, um die kommunikative Absicht des Ausgangstexts zu erhalten.

Beispielfrage

Welches Grundprinzip steht bei der professionellen Sprachmittlung (Mediation) an oberster Stelle?

Antwort anzeigen

Die sinngemäße Übertragung der Kernbotschaft unter Berücksichtigung des Kontexts

Sprachmittlung zielt darauf ab, den Sinn und die Absicht eines Textes für eine neue Zielgruppe verständlich zu machen, nicht den Text Wort für Wort zu übersetzen.

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