Nachbarschaft — Aufruf in der Stadtteilzeitung

Zeitungstexte funktionieren anders als Briefe und Aushänge: Sie berichten, statt aufzufordern, sie bringen ein Zitat, und sie stellen die entscheidende Information oft nicht als Regel hin, sondern als Zahl. Wer sie lesen kann, versteht, was im eigenen Stadtteil passiert — und wie man mitmacht.

Der Text dieses Materials stammt aus einer Stadtteilzeitung. Eine ehrenamtliche Hausaufgabenhilfe sucht Verstärkung. Der Artikel nennt, wie lange es das Angebot gibt, wie viele Kinder kommen und wie viele Helferinnen und Helfer es gibt, zitiert die Leiterin, beschreibt die gesuchten Zeiten und die Voraussetzungen, bietet eine Lösung für alle, die nicht jede Woche können, und nennt zwei Wege, sich zu melden.

Die stärkste Frage des Materials ist eine Schlussfolgerung: Warum nennt die Leiterin das Wegschicken von Kindern „das Schwerste an dieser Arbeit“? Die Antwort steht nicht im Zitat, sondern im Satz davor — dreißig Kinder, acht Helfer. Genau diese Verbindung zwischen einer Zahl und einer Aussage ist es, was der Leseteil einer B1-Prüfung sehen will.

Eine zweite Schlussfolgerungsfrage betrifft jemanden, der helfen möchte, aber nicht regelmäßig kann; der Text hat dafür eine eigene Antwort. Eine Detailfrage prüft, ob man die drei Zahlen im ersten Absatz — dreißig, acht, vier — richtig zuordnet, und eine weitere, ob man den regelmäßigen Termin vom einmaligen Kennenlerntreffen unterscheidet.

Die beiden Wortschatzfragen behandeln zwei Wörter, die zum bürgerschaftlichen Leben in Deutschland gehören und in keinem Lehrbuchkapitel fehlen sollten: „ehrenamtlich“ und „einspringen“.

Jede Erklärung zitiert die Stelle im Text, aus der die Antwort folgt. Acht Lernkarten sichern den Wortschatz: ehrenamtlich, Nachbarschaftstreff, Hausaufgabenhilfe, einspringen, Vertretungsliste, Bereitschaft, ausfallen, Verstärkung suchen.

Der Artikel ist ein Original, für dieses Training geschrieben; Zeitung, Personen und Angebot sind erfunden.

  • Einen kurzen Zeitungstext lesen und sein Anliegen erkennen
  • Ein Zitat mit den Zahlen im Text davor verbinden und daraus den Grund ableiten
  • Voraussetzungen von Ausschlussgründen unterscheiden — was verlangt wird und was ausdrücklich nicht
  • Einen regelmäßigen Termin von einem einmaligen Treffen unterscheiden
  • Die Wörter ehrenamtlich, einspringen und Vertretungsliste sicher verwenden

Aus dem Artikel: „Zurzeit sind es rund dreißig Kinder — und nur acht Helferinnen und Helfer.“ — „Wir müssen jede Woche Kinder wegschicken“, sagt Marija Petrović, die das Angebot leitet. „Das ist das Schwerste an dieser Arbeit.“ — „Eine pädagogische Ausbildung ist nicht nötig. Wichtig sind Geduld und die Bereitschaft, regelmäßig zu kommen.“ — „Wer nicht jede Woche kann, trägt sich in die Vertretungsliste ein und springt ein, wenn jemand ausfällt.“

Beispielfrage

Lesen Sie diesen Text aus einer Stadtteilzeitung und beantworten Sie dann die Frage. Kirchfelder Stadtteilzeitung · Mai Hausaufgabenhilfe sucht Verstärkung Seit vier Jahren gibt es im Nachbarschaftstreff am Ahornweg eine Hausaufgabenhilfe. Zweimal in der Woche kommen dort Kinder aus der Grundschule und der Gesamtschule zusammen und arbeiten mit Ehrenamtlichen an ihren Aufgaben. Zurzeit sind es rund dreißig Kinder — und nur acht Helferinnen und Helfer. „Wir müssen jede Woche Kinder wegschicken“, sagt Marija Petrović, die das Angebot leitet. „Das ist das Schwerste an dieser Arbeit.“ Gesucht werden Menschen, die dienstags oder donnerstags von 15 bis 17 Uhr Zeit haben. Eine pädagogische Ausbildung ist nicht nötig. Wichtig sind Geduld und die Bereitschaft, regelmäßig zu kommen — die Kinder sollen wissen, wer sie erwartet. Wer nicht jede Woche kann, trägt sich in die Vertretungsliste ein und springt ein, wenn jemand ausfällt. Interessierte kommen einfach an einem Dienstag vorbei oder schreiben an den Nachbarschaftstreff. Ein erstes Treffen zum Kennenlernen findet am 14. Mai um 18 Uhr statt. Der Nachbarschaftstreff ist barrierefrei und liegt direkt an der Bushaltestelle Ahornweg. — Was ist das Ziel dieses Textes?

Antwort anzeigen

Neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zu finden.

Die Überschrift heißt „Hausaufgabenhilfe sucht Verstärkung“, und im Text steht: „Gesucht werden Menschen, die dienstags oder donnerstags von 15 bis 17 Uhr Zeit haben.“ Es geht also um die Suche nach Helfern — und zwar nach Ehrenamtlichen, nicht um eine bezahlte Stelle.

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