Sprechen B1 — Wohnen und Nachbarschaft

Ein Übungsgespräch von etwa zehn Minuten, gebaut wie der mündliche Teil der B1-Prüfung: drei Teile, die jeweils etwas anderes verlangen.

Teil 1 — über sich sprechen. Sie stellen sich vor: Name, Herkunftsland, wie lange Sie schon in Deutschland leben, wo und mit wem Sie wohnen. Danach kommen zwei Nachfragen — zum Beruf und dazu, wie Sie Deutsch gelernt haben. Das klingt leicht, ist aber der Teil, in dem sich entscheidet, ob Sie in ganzen Sätzen erzählen oder Stichworte aneinanderreihen.

Teil 2 — über ein Thema sprechen. Sie beschreiben Ihre Wohnung und sagen, was Ihnen gefällt und was Sie ändern würden. Danach vergleichen Sie das Wohnen in Ihrem Herkunftsland mit dem in Deutschland. Vergleichen heißt hier: beide Seiten nennen. Eine gute Beschreibung nur eines Landes erfüllt die Aufgabe nicht — und genau das ist der häufigste Fehler.

Teil 3 — gemeinsam planen. Hier ändert sich die Rolle Ihres Gegenübers: Es ist jetzt nicht mehr der Prüfer, sondern Ihr Nachbar. Sie organisieren zusammen ein kleines Nachbarschaftsfest im Hof. Sie machen den ersten Vorschlag — und bekommen einen Gegenvorschlag: Samstag statt Sonntag, Kuchen statt Grillen. Auf beides müssen Sie eingehen, und eine Aufgabe muss verteilt werden.

Genau dieser dritte Teil ist in der echten Prüfung der schwierigste, weil man dort nicht mit den Prüfenden spricht, sondern mit dem Partner. Wer seinen eigenen Plan vorträgt und den anderen nicht aufnimmt, hat die Aufgabe nicht bewältigt — unabhängig davon, wie gut die Sätze sind.

Sie antworten mit der Stimme oder über die Tastatur. Ihr Gegenüber hakt nach, wenn ein verlangter Punkt fehlt, und korrigiert höchstens einen sprachlichen Fehler pro Antwort — genug, um etwas mitzunehmen, wenig genug, um das Gespräch nicht zu zerhacken. Am Schluss bekommen Sie eine kurze Rückmeldung.

Was hier nicht bewertet werden kann: Aussprache und Flüssigkeit. Beim Gegenüber kommt Text an, kein Ton. Inhalt, Ausdruck und Korrektheit werden zurückgemeldet, die Aussprache nicht — dafür brauchen Sie einen Menschen oder einen Kurs.

Die Gesprächsvorlage ist ein Original, für dieses Training geschrieben.

  • Sich vollständig und in ganzen Sätzen vorstellen, ohne einen Text aufzusagen
  • Auf Nachfragen antworten, ohne den Faden zu verlieren
  • Die eigene Wohnung beschreiben und dabei drei Aspekte verbinden
  • Wirklich vergleichen: Ähnlichkeiten und Unterschiede beider Seiten nennen
  • Im dritten Teil auf einen Gegenvorschlag eingehen und eine Aufgabe übernehmen

Aus dem Gesprächsskript, Teil 3: „Ich hätte es lieber anders: Samstagvormittag statt Sonntag, weil sonntags viele Nachbarn ausschlafen — und statt zu grillen einfach Kaffee und Kuchen, das ist weniger Arbeit. Was halten Sie davon? Und wer von uns beiden spricht mit den Nachbarn im Erdgeschoss?“

Beispielfrage

Teil 1. Stellen Sie sich bitte vor: Ihr Name, Ihr Herkunftsland, wie lange Sie schon in Deutschland leben, wo Sie wohnen und mit wem.

Antwort anzeigen

ZUERST KORRIGIEREN: Enthält die Antwort des Kandidaten einen sprachlichen Fehler, nennen Sie genau einen — die falsche Form und die richtige, in einem kurzen Satz wie ‚Kleine Korrektur: man sagt „in einer kleinen Wohnung“.‘ — und sprechen Sie dann normal weiter. Höchstens eine Korrektur pro Antwortrunde, nie mehr. DANACH INHALT: Erwartet sind fünf bis acht einfache Sätze, die alle fünf Punkte abdecken; fehlt ein Punkt, gezielt danach fragen. Dauerhaft gilt: in kurzen Sätzen und alltagsnahem Wortschatz sprechen, immer nur eine Frage auf einmal.

Der Prüfer prüft, ob sich der Kandidat vollständig und geordnet vorstellen kann. Fehlt einer der fünf Punkte, fragt er gezielt danach, bevor es weitergeht.

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↑ Deutsch B1 für die Einbürgerung