Am Arbeitsplatz schreibt man in Deutschland mehr, als viele erwarten — und fast immer an jemanden, bei dem die Anrede schon eine Entscheidung ist. Dieses Material übt drei Briefe, die genau darin auseinanderliegen.
Aufgabe 1 geht an die Vorgesetzte, mit Namen: „Sehr geehrte Frau Beck“, Sie-Form, Anliegen im ersten Satz. Der Anlass ist einer, den viele Zugewanderte kennen — ein Behördentermin, auf den man Monate gewartet hat und der ausgerechnet in die Arbeitszeit fällt. Die Aufgabe verlangt nicht nur die Absage, sondern auch einen Vorschlag, wie die Zeit nachgearbeitet wird. Genau dieser vierte Punkt ist der, den man am leichtesten vergisst.
Aufgabe 2 geht an die Personalabteilung — an eine Stelle also, deren Namen man nicht kennt. Daraus folgt eine andere Anrede und ein anderer Ton. Verlangt ist ein Urlaubsantrag mit genauem Zeitraum, einer Begründung und einer Frage zur Vertretung. Wer hier nur „im August“ schreibt statt eines Datums, hat einen der vier Punkte nur halb bearbeitet.
Aufgabe 3 geht an eine Kollegin, mit der man sich duzt: eine kurzfristige Bitte, eine Schicht zu übernehmen. Sie ist die schwierigste der drei, weil eine Bitte unter Kolleginnen höflich bleiben muss, ohne förmlich zu werden — und weil sie ein Angebot im Gegenzug verlangt.
Jede Aufgabe nennt eine Situation, verlangt Anrede und Gruß und gibt vier Punkte vor. Zu jeder gehört eine Beispiellösung. Bewertet wird nach fünf Kriterien: Vollständigkeit, Anrede und Register, Umfang, Aufbau und sprachliche Korrektheit.
Geschrieben wird von Hand: Bogen ausdrucken, ausfüllen, fotografieren, hochladen. Alle Aufgaben und Beispiellösungen sind Originale, für dieses Training geschrieben; Personen, Betrieb und Termine sind erfunden.
Aus Aufgabe 2: „Sie möchten im August zwei Wochen Urlaub nehmen. Schreiben Sie an die Personalabteilung Ihres Betriebs. Schreiben Sie eine Anrede und einen Gruß. Schreiben Sie etwas über die folgenden vier Punkte: Grund für Ihr Schreiben — den gewünschten Zeitraum — warum gerade diese Wochen — eine Frage zur Vertretung.“
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