Drei Briefe, die im Alltag in Deutschland fast jeder einmal schreibt — und die alle drei an einer Stelle scheitern können, die mit Wortschatz nichts zu tun hat.
Aufgabe 1 ist eine Terminabsage in einer Arztpraxis. Sie wirkt einfach, verlangt aber etwas Bestimmtes: Der Termin muss mit Tag und Uhrzeit genannt werden. Eine Praxis hat viele Termine; „meinen Termin nächste Woche“ reicht nicht, und genau daran entscheidet sich hier einer der vier Punkte.
Aufgabe 2 ist die anspruchsvollste des Materials. Die Krankenkasse hat Unterlagen angefordert, eine davon fehlt noch. Der Brief muss deshalb zwei Dinge sauber trennen: was mitkommt und was fehlt — mit Begründung, warum es fehlt, und mit einer Bitte um mehr Zeit. Wer das vermischt, schreibt einen Brief, nach dem die Kasse nicht weiß, was sie jetzt hat. Die Aufgabe hat deshalb eine Zeile mehr auf dem Bogen als die anderen beiden.
Aufgabe 3 wechselt das Register: eine Nachricht an einen Freund nach zwei Wochen Krankheit. Hier geht es nicht um Formulare, sondern darum, sich zu erklären und einen konkreten Vorschlag zu machen — einen Tag und eine Idee, nicht nur „mal treffen“.
Jede Aufgabe nennt eine Situation, verlangt Anrede und Gruß und gibt vier Punkte vor. Zu jeder gehört eine Beispiellösung. Bewertet wird nach fünf Kriterien: Vollständigkeit, Anrede und Register, Umfang, Aufbau und sprachliche Korrektheit — das letzte bewusst mit auf der Liste, damit Grammatik in die Rückmeldung eingeht.
Geschrieben wird von Hand: Bogen ausdrucken, ausfüllen, fotografieren, hochladen. Alle Aufgaben und Beispiellösungen sind Originale, für dieses Training geschrieben; Praxis, Kasse, Personen und Daten sind erfunden.
Aus Aufgabe 2: „Ihre Krankenkasse hat Unterlagen von Ihnen angefordert. Eine davon bekommen Sie erst nächste Woche. Schreiben Sie an die Krankenkasse. Schreiben Sie eine Anrede und einen Gruß. Schreiben Sie etwas über die folgenden vier Punkte: Grund für Ihr Schreiben — welche Unterlagen Sie schon schicken — welche noch fehlt und warum — Bitte um etwas mehr Zeit.“
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