Warum verdrängt Zink Kupfer aus einer Kupfersulfatlösung, aber nicht umgekehrt? Diese Lektion beantwortet solche Fragen systematisch über die elektrochemische Spannungsreihe der Metalle. Ausgangspunkt ist das Standardpotential E⁰ eines Redoxpaares, definiert als die gemessene Potentialdifferenz gegenüber der willkürlich auf 0,00 V festgelegten Standardwasserstoffelektrode unter Standardbedingungen. Metalle mit stark negativem Standardpotential ('unedle' Metalle wie Magnesium oder Zink) geben besonders leicht Elektronen ab und wirken damit als starke Reduktionsmittel; Metalle mit positivem Potential ('edle' Metalle wie Silber oder Gold) widerstehen der Oxidation.
Aus dieser Ordnung leitet die Lektion eine praktische Vorhersageregel ab: Ein Metall verdrängt die Ionen eines anderen Metalls aus einer Lösung genau dann, wenn sein eigenes Standardpotential negativer ist. Dieses Prinzip wird auf konkrete Verdrängungsreaktionen angewendet (z. B. Eisen in Silbernitratlösung) und auf die Fähigkeit unedler Metalle, aus sauren Lösungen Wasserstoff freizusetzen, übertragen. Ein besonderes, scheinbar widersprüchliches Phänomen wird ebenfalls behandelt: Aluminium besitzt trotz seines sehr negativen Standardpotentials im Alltag eine hohe Korrosionsbeständigkeit — erklärt durch die spontane Bildung einer dichten, passivierenden Oxidschicht, die das darunterliegende Metall vor weiterer Oxidation schützt.
Die zehn Aufgaben verlangen das sichere Ablesen und Anwenden von Standardpotentialen zur Vorhersage, ob eine Redoxreaktion spontan abläuft — eine Kernkompetenz, die in der nachfolgenden Lektion zu galvanischen Zellen direkt weitergeführt wird.
Aus dem Fragenpool: 'Wie lässt sich anhand der Standardpotentiale vorhersagen, ob ein Metall ein anderes aus einer Metallsalzlösung verdrängen kann?' — die Antwort verknüpft ein negativeres Standardpotential mit einer stärkeren Reduktionswirkung.
Welche Aussage beschreibt das Standardpotential $E^0$ eines Redoxpaares korrekt?
Es ist die gemessene Potentialdifferenz gegen die Standardwasserstoffelektrode bei $c = 1 \text{ mol/L}$ und $25 \text{ °C}$.
Das Standardpotential $E^0$ ist definiert als die Potentialdifferenz einer Halbzelle gegenüber der Standardwasserstoffelektrode unter Standardbedingungen ($c = 1 \text{ mol/L}$, $p = 1013 \text{ hPa}$, $T = 298 \text{ K}$).