Diese Lektion analysiert die wirtschaftspolitischen Grundlagen des westdeutschen "Wirtschaftswunders" der 1950er Jahre. Im Zentrum steht die von Ludwig Erhard geprägte Soziale Marktwirtschaft, die marktwirtschaftlichen Wettbewerb mit sozialem Ausgleich verband und ihre theoretische Fundierung im Ordoliberalismus fand — der Überzeugung, dass ein starker staatlicher Ordnungsrahmen notwendig ist, um funktionierenden Wettbewerb zu sichern und Machtkonzentration zu verhindern. Erhard lehnte dabei eine direkte staatliche Investitionslenkung zugunsten marktwirtschaftlicher Steuerungsmechanismen ab. Die Lektion behandelt die Währungsreform vom 20. Juni 1948 als entscheidenden Wendepunkt, der die vorherige Tauschwirtschaft mit Schwarzmarkt und Hortung von Waren beendete und den Übergang zur Sozialen Marktwirtschaft einleitete, sowie die Rolle des Marshallplans, der den Wiederaufbau primär durch die Bereitstellung von Devisen und dringend benötigten Rohstoffen unterstützte. Weitere Themen sind die Liberalisierung des Außenhandels zur Effizienz- und Wohlstandssteigerung durch Wettbewerb, die Bedeutung der Mitbestimmung in der Montanindustrie für den sozialen Frieden der Nachkriegszeit, die sozialen Sicherungssysteme als Instrument sowohl des sozialen Ausgleichs als auch der Stabilisierung der Binnennachfrage, sowie die Anwerbeabkommen für ausländische Arbeitskräfte, die den Arbeitskräftebedarf der wachsenden Industrie deckten und die demografische Struktur der westdeutschen Gesellschaft nachhaltig veränderten.
Die Währungsreform vom 20. Juni 1948 ersetzte die entwertete Reichsmark durch die D-Mark und beendete damit schlagartig Tauschhandel und Schwarzmarkt — ein entscheidender Ausgangspunkt für den Übergang zur Sozialen Marktwirtschaft unter Ludwig Erhard.
Welche zentrale ordnungspolitische Neuerung bildete das Fundament der Sozialen Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard?
Die Kombination aus freiem Wettbewerb und einem sozialen Ausgleichsmechanismus
Ludwig Erhard propagierte die Soziale Marktwirtschaft, die den Wettbewerb als Motor des Wohlstands nutzt, während der Staat soziale Härten abfedert. Planwirtschaft und Verstaatlichung widersprechen diesem Konzept.
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