DDR-Wirtschafts- und Gesellschaftssystem

Diese Lektion beschreibt die strukturellen Merkmale des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems der DDR. Im Zentrum steht die zentrale Planwirtschaft, deren wichtigstes Steuerungsinstrument der Fünfjahrplan war, der Produktion und Verteilung von Gütern über einen fünfjährigen Zeitraum verbindlich festlegte. Die Lektion behandelt den Volkseigenen Betrieb (VEB) als staatliches Eigentum, das vollständig in die zentralen Planvorgaben eingebunden war, sowie die 1960 abgeschlossene Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, die private Betriebe in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPGs) überführte. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der politischen Steuerung: die SED besaß einen verfassungsrechtlich verankerten Führungsanspruch und kontrollierte über das Prinzip des "demokratischen Zentralismus" — die strikte Bindung untergeordneter Organe an die Beschlüsse der Parteiführung — sämtliche gesellschaftlichen Bereiche. Die sogenannten "Blockparteien" waren formal eigenständig, aber in der "Nationalen Front" gleichgeschaltet und erkannten die Führung der SED an, während Massenorganisationen wie FDGB und FDJ als "Transmissionsriemen" der Partei sowie zur staatlich gelenkten Erziehung dienten. Behandelt werden zudem die Alltagserfahrungen der Mangelwirtschaft — informelle Tauschbeziehungen, lange Wartezeiten auf langlebige Güter — sowie staatlich subventionierte, politisch festgelegte Preise für Grundnahrungsmittel und Mieten und die "Eingabe" als offizielles Beschwerdeinstrument der Bürger.

  • Den Fünfjahrplan als zentrales Steuerungsinstrument der Planwirtschaft erklären können
  • Die Stellung des Volkseigenen Betriebs (VEB) im DDR-System beschreiben können
  • Den 'demokratischen Zentralismus' als Organisationsprinzip der SED einordnen können
  • Die Funktion von Blockparteien und Massenorganisationen analysieren können
  • Alltagsauswirkungen der Mangelwirtschaft auf DDR-Bürger erläutern können

Der Fünfjahrplan legte Produktion und Verteilung von Gütern in der DDR-Planwirtschaft über einen Zeitraum von fünf Jahren verbindlich fest — ein zentrales Steuerungsinstrument, das die gesamte Wirtschaft der Vorgabe der Staats- und Parteiführung unterordnete.

Beispielfrage

Welches zentrale ökonomische Instrument diente in der DDR dazu, die Produktion und Verteilung von Gütern über einen Zeitraum von fünf Jahren verbindlich festzulegen?

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Fünfjahrplan

Der Fünfjahrplan war das zentrale Steuerungsinstrument der sozialistischen Planwirtschaft in der DDR, um die wirtschaftliche Entwicklung langfristig zu planen.

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