Diese Lektion analysiert die Hyperinflation des Jahres 1923 — eine der dramatischsten wirtschaftlichen Krisen der deutschen Geschichte, in der das Vertrauen in die eigene Währung binnen weniger Monate vollständig zusammenbrach. Ausgangspunkt war die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen im Januar 1923 als Reaktion auf ausbleibende Reparationslieferungen. Die Reichsregierung rief zum passiven Widerstand auf — Arbeitsverweigerung und Produktionsstopp im Ruhrgebiet — und finanzierte die Lohnfortzahlungen der streikenden Arbeiter durch die ungedeckte Ausgabe neuer Banknoten über die Reichsbank unter Rudolf Havenstein. Die Folge war eine sich selbst beschleunigende Geldentwertung, die im November 1923 in astronomischen Preisen gipfelte. Die Lektion behandelt die strukturellen Vorbedingungen der Krise (Reparationslasten, chronische Defizitfinanzierung), ihren dramatischen Verlauf sowie die gesellschaftlichen Folgen: Menschen mit festen Einkommen oder Geldvermögen verloren ihre gesamte Kaufkraft, während Schuldner und Besitzer von Sachwerten relativ profitierten — eine Erfahrung, die das Vertrauen weiter Bevölkerungsschichten in die Demokratie nachhaltig erschütterte. Den Abschluss bildet die Währungsreform durch die Rentenmark im November 1923, deren Deckung nicht durch Gold, sondern durch eine Grundschuld auf landwirtschaftlichen und industriellen Grundbesitz erfolgte und die Hyperinflation binnen kurzer Zeit beendete.
Als Reaktion auf die französisch-belgische Besetzung des Ruhrgebiets rief die Reichsregierung im Januar 1923 zum passiven Widerstand auf. Die Finanzierung der Lohnfortzahlungen für die streikenden Arbeiter erfolgte über die Notenpresse der Reichsbank — eine Maßnahme, die die bereits angespannte Geldmenge explosionsartig vergrößerte und die Hyperinflation entscheidend beschleunigte.
Welche ökonomische Maßnahme der Reichsregierung während des passiven Widerstands gegen die Ruhrbesetzung trug maßgeblich zur Eskalation der Hyperinflation bei?
Finanzierung der Streikgelder durch exzessive Vermehrung der Geldmenge
Die Regierung finanzierte den passiven Widerstand durch das Drucken von Geld, da keine Steuereinnahmen aus dem Ruhrgebiet flossen, was zu einer massiven Entwertung der Währung führte.
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