Europäische Integration nach 1945

Diese Lektion zeichnet die historische Entwicklung der europäischen Integration von 1951 bis zum Vertrag von Maastricht 1992 nach. Ausgangspunkt ist der Schuman-Plan von 1950, der die Poolung der französischen und deutschen Kohle- und Stahlproduktion vorschlug, um einen erneuten Krieg zwischen beiden Ländern materiell unmöglich zu machen — die Grundlage für die 1951 gegründete Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) mit ihren sechs Gründungsmitgliedern Frankreich, Italien, Belgien, Westdeutschland, den Niederlanden und Luxemburg. Die Lektion behandelt die Römischen Verträge von 1957, die die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Euratom ins Leben riefen, sowie die Einheitliche Europäische Akte von 1986, die die Vollendung des europäischen Binnenmarktes bis Ende 1992 vorantrieb. Den Abschluss bildet der Vertrag von Maastricht 1992, der mit der Unionsbürgerschaft eine neue europäische Identität formal einführte, die Drei-Säulen-Struktur der Europäischen Union (Europäische Gemeinschaften, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres) etablierte und mit den Konvergenzkriterien sowie der Unabhängigkeit der Zentralbanken die Grundlage für die Wirtschafts- und Währungsunion legte. Auch die institutionelle Rolle der Europäischen Kommission mit ihrem Initiativmonopol sowie des durch Maastricht formalisierten Europäischen Rates werden erläutert.

  • Den Schuman-Plan als Ausgangspunkt der europäischen Integration erklären können
  • Die Gründungsmitglieder und Ziele der EGKS benennen können
  • Die durch die Römischen Verträge 1957 geschaffenen Institutionen einordnen können
  • Die Drei-Säulen-Struktur der EU nach Maastricht beschreiben können
  • Die Bedeutung der Konvergenzkriterien für die Wirtschafts- und Währungsunion erläutern können

Der Schuman-Plan von 1950 schlug die gemeinsame Verwaltung der französischen und deutschen Kohle- und Stahlproduktion vor — mit dem erklärten Ziel, einen erneuten Krieg zwischen den beiden Ländern materiell unmöglich zu machen. Diese Idee bildete die Grundlage der 1951 gegründeten Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl.

Beispielfrage

Welches primäre Ziel verfolgte die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) im Jahr 1951?

Antwort anzeigen

Die Verflechtung der Schwerindustrie von Deutschland und Frankreich zur Verhinderung künftiger Kriege.

Die EGKS, auch Montanunion genannt, zielte darauf ab, die Produktion von Kohle und Stahl unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen, um eine erneute Aufrüstung und damit Kriege zwischen den ehemaligen Erzfeinden Deutschland und Frankreich unmöglich zu machen.

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